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"Wenn ein Mensch stirbt, suchst du vielleicht früher oder später nach den Details oder der Bedeutung seines Lebens (…) Und bei dieser Suche erkennst du vielleicht nicht nur diesen Menschen, sondern dich selbst. Es ist das letzte Geschenk dieses Menschen an dich; das Geschenk, was er durch seinen Tod gibt."

(nach Andrew Greig, In Another Light)


Mount Everest, Nordostgrat, 8450 m, 9. Juni 1924

Er hatte als Erster den höchsten Berg der Welt besteigen wollen: George Mallory, ein 37-jähriger Lehrer aus Cambridge. Immer höher war er gemeinsam mit seinem Partner, dem 22-jährigen Oxford-Studenten Andrew Irvine, am 8. Juni 1924 gestiegen, bis sie schließlich am frühen Nachmittag in den Wolken verschwanden.

Jetzt, am Morgen danach, lag eine eisige Stille über den oberen Flanken des Mount Everest. Schneekristalle klebten an den Felsen und glitzerten millionenfach im Sonnenlicht, das in diesen Höhen kaum noch Wärme besaß. Das Scharren der Nagelschuhe und das rhythmische Zischen der Sauerstoffgeräte waren verstummt. Nur noch das Rauschen des Windes zwischen den Felsen war zu hören. Langsam verwehte die einsame Fußspur, die sich über die schneebedeckten Geröllbänder am Nordostgrat abwärts zog. Einige hundert Meter tiefer peitschten die Böen über den blankgefegten Hang und rissen wie krallende Hände an der Kleidung von Mallorys erstarrtem Körper...

Lange Zeit konnten dem Berg die Geheimnisse um Mallorys letzten Anstieg nicht entlockt werden. Das Rätsel faszinierte Generationen von Bergsteigern. Vor 10 Jahren, am 1. Mai 1999, gelang schließlich einer von mir mitinitiierten anglo-amerikanischen Suchexpedition die ultimative Begegnung mit der Vergangenheit: in der Nordwand des Mount Everest stieß unser Team auf die gefrorene Leiche George Mallorys. Sein Partner, Andrew Irvine, blieb jedoch verschwunden – und mit ihm die Kamera, welche möglicherweise die Frage beantworten konnte: Hatten Mallory und Irvine schon 1924 den Gipfel erreicht?

Die Suche nach der Lösung des Rätsels um Mallory und Irvine ist eine Reise auf drei Ebenen. Da ist zunächst Mallorys und Irvines Aufstieg und die Spuren, die uns von seinem Ablauf erzählen. Dann sind es die Erfahrungen späterer Expeditionen, die Hinweise darauf geben, was Mallory und Irvine möglicherweise taten. Und schließlich mein eigenes Erleben während der Jahre der Spurensuche, das mich prägte und veränderte.

Von allen drei Reisen berichte ich in meinem neuen Buch:

  • Mit exklusiven Interviews mit dem Finder der mutmaßlichen Leiche Irvines
  • Mit allen Funden der Mallory & Irvine-Suchexpedition 1999, 2001 und 2004
  • Mit der detailliertesten deutschsprachigen Chronik der britischen und chinesischen Expeditionen zur Everest-Nordseite 1921-1979
  • Mit teilweise unveröffentlichten Fotos und Dokumenten
  • Mit einem Vorwort von Gerlinde Kaltenbrunner & Ralf Dujmovits

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