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Mount Everest, Nordostgrat, 8450 m, 9. Juni 1924

Geleitwort von Gerlinde Kaltenbrunner und Ralf Dujmovits

Der letzte Zeuge
Spurenleser
Leichenfund auf 8155 Meter
Ein öffentlicher Fall
Auf der Fährte
Das verlassene Zelt
Verschwunden im Nebel
Der Eispickel
Steps, Lügen und Video
Die dunkle Wand
Unheimliche Begegnungen
Hinweise aus dem Verborgenen
Der Tote am Grat
Das unmögliche Urteil
"Zu kämpfen und zu verstehen"

Anhang:

Die Funde der Mallory & Irvine Suchexpeditionen
Anmerkungen
Ausgewählte Literatur
Dank
Register


Geleitwort von Gerlinde Kaltenbrunner und Ralf Dujmovits

„Das Bergsteigen an den Achttausendern und insbesondere am Mount Everest hat in den letzten zwei Jahrzehnten einen bedauerlichen Rückschritt vollzogen: Vom Bergsteigen ‚by fair means’, wie es in den 1970er und 1980er-Jahren umgesetzt und heute nur noch von den wenigsten verfolgt wird, sind wir inzwischen wieder beim Fixseilalpinismus angelangt. So wie er größtenteils bei den Erstbesteigungen der Achttausender in den 1950er-Jahren praktiziert wurde. Es ist ein Bergsteigen ‚by all means’, bei dem es nur noch darum geht, den Gipfel zu erreichen – egal mit welchen und mit wie vielen Mitteln.“ (S. 9)

„Diese Art des Bergsteigens hält unserer Gesellschaft einen Spiegel vor. Sie spricht Bände über unsere heutige Definition und Wahrnehmung von Erfolg. Es zählen nur noch Absolutismen – der höchste Gipfel, die schnellste Zeit, der größtmögliche Gewinn. Der Stil einer Unternehmung oder die Geisteshaltung dahinter zählen nur wenig. Mallory stand für eine andere Art des Bergsteigens...“ (S. 9)

„Indem Jochen Hemmleb Mallorys letzten Aufstieg anhand von den Funden am Berg und den Berichten anderer Expeditionen minutiös nachvollzieht, liefert er uns den bislang tiefsten Blick zurück in die Vergangenheit der frühen Everest-Expeditionen – und damit auf den Menschen Mallory, seine Zeit und seinen Geist.“ (S. 10)




Der letzte Zeuge

„Was bedeutete dies alles? Ein ‚schlafender’ (toter?) ‚Englisch’ (Engländer?) auf 8100 m? … Hasegawa wollte sichergehen, dass er im entscheidenden Punkt Wang Hongbao nicht missverstanden hatte. Er ritzte in den Schnee die Schriftzeichen ‚8100 m – toter Engländer’ – und Wang nickte heftig. Als Hasegawa die Bedeutung von Wangs Gesten und Zeichen klar wurde, traf es ihn wie ein Schlag. ...Der ‚tote Engländer’ musste Mallory oder Irvine sein!“ (S. 14)

„Sollte es tatsächlich so etwas geben wie den ‚Fluch des Mount Everest’? Denn mit dem dritten Toten der Lawine war der wichtigste Zeuge im größten Rätsel des Berges für immer verstummt. – Der dritte Tote hieß Wang Hongbao.“ (S. 16)

„Was Hasegawa in diesem Moment allerdings nicht wusste: Wang war nicht der einzige chinesische Zeuge im ‚Fall Mallory’ gewesen. Bereits 1960 hatte ein anderer Bergsteiger hoch oben am Mount Everest einen unbekannten Toten entdeckt – doch es sollten 41 Jahre vergehen, bis er davon berichtete...“ (S. 16)

  • Womit alles begann: Der Fund des „englischen Toten“ 1975
  • Die sensationelle Enthüllung von Xu Jing 2001: ein zweiter unbekannter Toter an der Everest-Nordseite






  • Spurenleser

    „Es war wie ein klassischer Kriminalroman: Zwei Männer verschwinden, der einzige Augenzeuge verstrickt sich in Widersprüche, eine Leiche wird gefunden, der Finder wird getötet. Doch diese Detektivgeschichte war real. Und ungelöst. Könnte ich vielleicht selbst …? Als ich die letzten Seiten des Buchs beendet hatte, spürte ich tief in mir ein untrügliches Bauchgefühl: Diese Geschichte würde zu irgendetwas in meinem Leben führen!“ (S. 20)

  • Jochen Hemmleb: Vom Geologiestudenten zum Mitbegründer der Expedition, die George Mallory fand






  • Leichenfund auf 8155 Meter

    „Ned und Liesl, unser Filmteam im Basislager, und ich blickten uns an. Was war dort oben los? Ich sprach meine Gedanken aus: ‚… aber Conrad erwähnte ‚Felsblock’, das Codewort. Könnte dies etwa bedeuten...?’ Das Funkgerät blieb still.

    Hoch oben in der Nordwand hatte sich derweil alles entschieden. Conrad war gerade im Begriff gewesen, vom unteren Rand der Schneeterrasse zu den anderen zurückzusteigen. Als er über die abschüssigen, geröllbedeckten Felsplatten querte, schaute er nochmals über seine rechte Schulter – und sah plötzlich zwischen den Felsen etwas Weißes. ... Wenig später stand Conrad vor einem weiteren Toten.

    Doch dieser Tote stammte nicht aus jüngerer Zeit ...“
    (S. 35)

  • Die Entdeckung des Everest-Pioniers: Die Ereignisse vom 1. Mai 1999





    Ein öffentlicher Fall

    „Zuhause ging der Ansturm der Medien weiter. … Mein Leben beschleunigte sich, als hätte man mich auf eine Rakete gesetzt und die Lunte gezündet.“ (S. 40)

    „Die so künstlich aufgebaute ‚Held-und-Bösewicht’-Geschichte ließ sich in ihrer Einfachheit zwar gut verkaufen – eine genaue Wiedergabe der Ereignisse oder der per se komplexen und oft widersprüchlichen Natur des Bergsteigen (und der Bergsteiger) war sie jedoch nicht.“ (S. 42)

    „Mallorys Stärken, sein Pioniergeist und sein geheimnisvolles Ende am Mount Everest begründen ganz wesentlich den Mythos. Was aber den Menschen Mallory so persönlich berührend, faszinierend und diskutierbar macht, sind seine gleichzeitig so offensichtlichen Schwächen …“ (S. 44)

  • Mallory: Mythos und Wirklichkeit – damals und heute






  • Das verlassene Zelt

    „Was waren Mallorys Gedanken vor diesem letzten Gipfelversuch? Was waren seine Pläne? … Nach ihrem letzten Gespräch am Abend des 4. Juni hatte Edward Norton die Grundzüge von Mallorys Plänen festgehalten und später in einer Fußnote seines Expeditionsbuchs veröffentlicht. Kurioserweise wird diese Fußnote von vielen Autoren bei ihrer Rekonstruktion von Mallorys und Irvines Gipfelaufstieg völlig außer Acht gelassen.“ (S. 92)

  • Die letzten Tage vor dem Gipfel: die Mallory-Notizen






  • Verschwunden im Nebel

    „Eine Bewertung von Mallorys und Irvines Chancen, den Gipfel erreicht zu haben, hängt nicht unwesentlich davon ab, wie viel Sauerstoff sie auf ihrem Aufstieg mitführten bzw. mitführen konnten. … Anhand der vorliegenden Dokumente und gefundenen Spuren wissen wir annähernd, welcher Sauerstoffvorrat Mallory und Irvine am Abend vor dem Gipfel zur Verfügung stand. Mallorys letzte Nachricht deutet an, mit wie vielen Flaschen er wahrscheinlich den Gipfel angehen wollte. Wie viele Flaschen er und Irvine am 8. Juni dann tatsächlich mitnahmen, wissen wir (noch) nicht. Allerdings …“ (S. 102ff.)

  • Die Sauerstoff-Frage und eine mögliche Antwort


  • „Nach fast vier Stunden hatten Brent und Jake den größten Teil des Anstiegs durch das Gelbe Band hinter sich gebracht und näherten sich der Schneide des Nordostgrats. Jake war gerade dabei, einen kegelförmigen Felsturm zu umgehen, als ihm plötzlich ein Stück Wollstoff auffiel, das zwischen Schnee und einem Stein hervorschaute. …“ (S. 106)

  • Eine neue Spur von Mallory und Irvine?


  • „ ‚Ich hatte keine Halluzinationen. Es waren sich bewegende, wirklich, sich bewegende Personen … Ich kann ihnen sagen, es waren Bergsteiger!’ “ (S. 119)

  • Die Aussagen und Widersprüche des letzten Augenzeugen






  • Der Eispickel

    „Wyn-Harris befand sich vielleicht 20 Meter unterhalb der Gratkante, als er etwas Metallisches zwischen den ockerbraunen Felsen glänzen sah. …“ (S. 129)

  • Die erste Spur von Mallory und Irvine und ihre mögliche Bedeutung


  • „ ‚Die Rinne war eine Täuschung, nur eine seichte Runse in den glatten Wänden … Es fanden sich ein paar runde Felsvorsprünge, die bei weniger Schnee leidliche Tritte abgeben würden. Für die Hände gab es nichts …’ “ (S. 131)

  • War Mallorys Route eine Sackgasse? Die Beobachtungen der Expedition von 1933






  • Steps, Lügen und Video

    „Liu Lienman versuchte es als erster. Er schlug einen Haken in einen Riss über seinem Kopf und begann, hinaufzuklettern. Vier Mal stürzte er, als seine Steigeisen von den schmalen Leisten des brüchigen Gesteins abrutschten. … Qu Yinhua schlug einen weiteren Haken und probierte es ebenfalls, dann auch Wang Fuzhou – beide ohne Erfolg. Die Zeit lief ihnen davon …“ (S. 157f.)

    „Liu war so erschöpft, dass er sich anfangs nicht mehr bewegen konnte Seine Glieder waren wie gelähmt … Während der Nacht wurde ihm langsam bewusst, dass es ihm möglicherweise nicht mehr gelingen würde, ins Basislager zurückzukehren …“ (S. 159)

    „ … ein Freibiwak auf fast 8700 Meter, ein Gipfelaufstieg bei Nacht – westlichen Bergsteigern und Beobachtern schien dies alles sehr suspekt.“ (S. 164)

    „Vergleiche mit modernen Fotos ließen keinen Zweifel – die Filmsequenz stammt vom Fuß der Dritten Stufe.“ (S. 166)

  • Die chinesische Expedition 1960: die erste nachgewiesene Bezwingung der Schlüsselstelle von Mallorys Route – und die Filmaufnahmen, die es beweisen

  • Exklusive Interviews mit den damaligen Mitgliedern der Gipfelseilschaft, Wang Fuzhou, Qu Yinhua und Liu Lienman






  • Die dunkle Wand

    „ ‚Da ich die Züge nicht klettern konnte, verstärkte sich mein Glaube, dass Mallory und Irvine dieses gewaltige Hindernis nicht bezwingen konnten.’ “ (S. 178)

    „ ‚Ich denke, Mallory war fähig genug, den Gipfel zu erreichen.’ “ (S. 183)

  • Konnten Mallory und Irvine die Schlüsselstelle ihrer Route 1924 klettern? Die Kontroverse 1999 – und die Interviews mit den beiden Bergsteigern, denen eine freie Durchsteigung der Zweiten Stufe gelang. Eine davon schon 1985.






  • Unheimliche Begegnungen

    „Da wenige Informationen über den Ort und die Sauerstoffflasche preisgegeben wurden, blieb viel Raum für Spekulationen. War die Sauerstoffflasche von 1924? Stammte sie von dem Toten? War der Tote Andrew Irvine?“ (S. 198)

  • Die Jahre nach 2001: Was am Everest wirklich gefunden wurde – und wo






  • Hinweise aus dem Verborgenen

    „Viele hatten gehofft, sie wäre der ‚Zeitmesser’ im Geheimnis um Mallory und Irvine: Mallorys Armbanduhr. … Rostspuren auf dem Zifferblatt schienen den Zeitpunkt des Absturzes anzuzeigen, da man annahm, die Uhr sei durch einen heftigen Schlag stehen geblieben. Beide Annahmen bestätigten sich nicht.“ (S. 202)

  • Mallorys Uhr: die Hinweise, die sie gibt – und die merkwürdige Übereinstimmung mit einem anderen Indiz im Fall Mallory


  • „ ‚Wir fühlten, dass Mallorys Kleidung mehr als ausreichend war, um den Gipfel zu besteigen. Wir dachten aber auch, dass es schwierig sein würde, in ihnen ein Biwak nahe des Gipfels zu überstehen.“ (S. 209)

  • War Mallorys Kleidung wirklich so unzureichend wie oft behauptet? Die überraschenden Ergebnisse der englischen Textilexperten – und der Bericht über eine Everestbesteigung in normaler Skitourenbekleidung






  • Der Tote am Grat

    „Am Fundort von Mallorys Körper – weit unten in der Nordwand und nur 300 Wegstreckenmeter vom rettenden Lager VI entfernt – sehen viele den Beleg, dass Mallory nicht auf dem Gipfel war. Rein aus Zeitgründen hätte bei einem Gipfelerfolg seine Todesstätte höher oben am Berg liegen müssen.

    Möglicherweise war es auch so. Etwa 200 Meter nach der Ersten Stufe muss etwas passiert sein. Vielleicht war es nur ein erstes Missgeschick, bei dem Irvine seinen Eispickel verlor. Vielleicht war es schon der Unfall, der die Bergsteiger voneinander trennte. …“
    (S. 218)

    „Was aber war mit Andrew Irvine passiert? Hatte er den Unfall überlebt, der Mallory tötete? … Es gab einen Mann, der Irvines letztem Weg gefolgt war. …“ (S. 220f.)

  • Wie starb Mallory? Die Hinweise auf einen möglichen zweiten Sturz

  • Wie starb Irvine und wo befindet sich seine Leiche? Exklusive Interviews mit dem Chinesen Xu Jing über dessen Erlebnisse und Entdeckungen 1960.







  • Neuheit!



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