Mein neues Buch erscheint Mitte März. Da es darin sehr um das Schreiben und die Wahrnehmung von Geschichte geht, ist der folgende Text, den ich kürzlich in einem Buch fand, sehr passend. Viel Spaß beim Lesen!
"Zeitungen, Magazine, Bücher sind traditionelle Informations- und Meinungsquellen. Heutzutage kommen Telefon und Computer sowie Radio und Fernsehen zu dieser Mischung hinzu. Wissen bedeutet einen Schritt weiter als Glauben. Wir werden mit Wissen bombardiert - Daten, Informationen, Meinungen, Ratschläge, etc.
Aber der Spruch 'Wissen ist Macht' ist eine weitere Ego-fütternde Illusion. Wissen allein ist unvollständig. Der weitere Schritt über Wissen hinaus ist Verstehen. Verstehen wir das, was wir wissen? Könnte es zum Beispiel sein, dass die Hälfte von dem, was wir [...] wissen, in Wirklichkeit irrelevant und nicht notwendig ist?
Verstehen braucht Zeit, alleine. Um das, was wir denken zu wissen, auseinanderzunehmen und wieder zusammenzufügen. Unsere Falle ist, in 'Wissen' das Allerseligmachende und Endgültige zu sehen. Wenn uns das Wissen, das wir haben, keine sofortige Lösung bietet, bemühen wir uns eiligst um mehr Wissen, mehr Daten, mehr Informationen. Ich schlage eine sehr entgegengesetzte, 'Gegenkultur-Alternative' vor: Wir sollten innehalten und nachdenken, um zu sehen, ob wir unser vorhandenes Wissen verstehen. [...] Logik, Analytik und Schlußfolgerung sind inzwischen fast vergessene Künste geworden. Weil wir uns nicht die Zeit nehmen, uns darin zu üben. Wir wissen viel, verstehen aber wenig. Wir werden leicht geleitet, sind leicht zu beeinflussen. Wir verbringen zu viel Zeit am Telefon und auf Nachrichtenseiten, und nicht genügend Zeit alleine, mit Nachdenken - für uns selbst.
Personen an der Spitze von Forschung sind besonders anfällig. Wissen, Meinungen und Ratschläge fließen ihnen zu. Sie müssen aktiv Zeit und Raum zum Nachdenken einfordern. Sonst kommt es zu einer regelrechten 'Überdosis' an Wissen. Die Mechanismen von Ablenkung und Desinformation beruhen darauf, eine solche Überdosis zu schaffen."
Sollte dies alles vertraut klingen und es Sie interessieren, wie dies mit (Alpin-)Geschichte zusammenhängt, freuen Sie sich auf Mitte März ...!